(Finanziell gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten)

Seit 2013/14 hat sich die Schülerfirma deutlich verändert, da wir nun die Planung, Gruppeneinteilung und Herstellung selbst verantworten müssen. Letztes Jahr gab es noch verschiedene Abteilungen wie z.B. Marketing, Produktion, Verwaltung, Verkauf und Einkauf. Jetzt sind wir in Kleingruppen von vier Schülern aufgeteilt, die alle die verschiedenen Aufgabenbereiche betreuen.

Jeden Freitag bietet die Schülerfirma in der Aula der kleinen Pause, Mahlzeiten für die Schüler der Mittelschule Maisach an. Die Gruppen mit jeweils 4-5 Personen planen dafür im Voraus welches Produkt sie verkaufen wollen. Das bedeutet, dieses Team muss den Einkauf am Donnerstag selbstständig organisieren. Für unsere Produkte, die auf die Wünsche der Kinder angepasst sind, haben wir in der Herstellung 2 Schulstunden Zeit. Die Aufgaben der Durchführung und Planung sind sehr anspruchsvoll, da es auch unter den einzelnen Gruppenmitgliedern zu Problemen kommen kann. Die Probleme liegen meist bei der Einhaltung der Zeit z.B. Fertigstellung und Lieferung des warmen Essens an die Theke. Im Anschluss muss natürlich sowohl die Küche als auch die Theke sauber gemacht werden. Mehr Spaß macht es da, zum Schluss den Gewinn auszurechnen.


Interview zur Schülerfirma Coffeefee

Teilnehmende Schüler: Benjamin Lott, Marco Heitzer, René Lang
Interviewer: Hr. Wagner (Klassenleiter 10 V 2)

Hr. Wagner: Herzlich Willkommen Benjamin, Marco und René zum Interview zu eurer Schülerübungsfirma. Was versteht man eigentlich unter einer Schülerfirma?

René: Eine Schülerfirma ist ein Unternehmen, das nur von Schülern geleitet wird, in unseren Fall: die Schülerfirma Coffeefee bietet einen Pausenverkauf für Schüler.

Hr. Wagner: Das muss aber nicht unbedingt ein Verkauf sein, oder?

Benjamin: Nein, wir hatten auch in der Entstehungsphase der Firma andere Vorstellung unserer Schülerfirma: einmal im Bereich Computer Nachhilfe zu geben. Eine andere Idee war einen Fitnessblog zu machen, aber das ist dann an den technischen Hindernissen gescheitert.

Hr. Wagner: Und dann habt ihr euch für den Verkauf entschieden, wie René schon angemerkt hat. Marco was ist dann im Speziellen rausgekommen?

Marco: Wir bieten jeden Freitag in der ersten Pause einen Pausenverkauf mit wöchentlich wechselnden Produkten an. An besonderen Tagen, als es warm war, sind wir schon mal rausgegangen und haben da verkauft und auch aufgebaut mit Musik, usw.

Hr. Wagner: Marco hat eben die Musik erwähnt, wie kann man sich das vorstellen?

Benjamin: Die Musik soll mehr loungemäßig sein, dass man halt nicht nur sein Essen kauft, sondern auch etwas länger bleibt.

Hr. Wagner: Welche Ideen oder Methoden hattet ihr, um Kunden anzulocken?

Marco: Die Marketing-Abteilung  hatte sich kleine Spiele, wie Dosenwerfen überlegt, wo man auch was gewinnen konnte.

Hr. Wagner: Wie waren die Aufgaben verteilt?

René: Es gab 4 Abteilungen, die sich auf Marketing, Produktion, Verkauf/Einkauf und die Leitung spezialisiert hatten.

Hr. Wagner: Welche Produkte habt ihr angeboten?

Benjamin: Am Anfang hatten wir neben der Hauptspeise noch Cocktails angeboten und als Hautspeise hatten wir zum Beispiel Pommes Frites und Fruchtspieße.

Hr. Wagner: Nach welchen Kriterien habt ihr den eure Produkte ausgewählt?

Benjamin: Wichtig war, dass wir die Produkte in der kurzen Zeit, die wir hatten, fertigstellen konnten und dass sie wirtschaftlich waren.

Hr. Wagner: Gab es Tendenzen bei den Produkten aus Sicht der Wirtschaftlichkeit und der Zeit?

Benjamin: Ja, es gab am Anfang die Probleme mit den Cocktails: zuerst hatten wir eine Überproduktion und als man sie verringerte hatte hat man gesehen, dass die Gewinnspanne zu niedrig war.

Hr. Wagner: Eine Lösung war also, Produkte aus dem Sortiment zu nehmen?

Alle: Ja.

René: Zu den Problemen ist mir noch etwas eingefallen. Wir hatten mal Pizza gemacht und da wurde Mais drauf getan und dadurch wurde die zu weich und war nicht zu verkaufen.

Benjamin: Ein weiteres Problem bestand darin, wenn man in einer Gruppe arbeitet, dass jeder seine Meinung hat. Da einen Kompromiss zu finden, war am Angang der Schülerfirma schwer, wurde aber zum Ende hin besser.

Hr. Wagner: Können sich die beiden anderen sich vorstellen, warum das zum Ende hin besser wurde?

Marco: Wir haben am Ende besser in der Gruppe gearbeitet als am Anfang.

René: Und weil wir anfangs die Gruppen noch nicht so gut eingeteilt hatten. Dann standen zum Beispiel die Leute aus dem Marketing manchmal bei der Produktion und haben bei der Produktion behindert.

Hr. Wagner: Ihr habt bei dem Projekt bereits Teamfähigkeit erlernt welche weiteren Fähigkeiten hab ihr eurer Meinung nach noch erworben?

René: Selbstständiges und eigenverantwortliches Handeln. 

Benjamin: Dass man bereit ist, Kompromisse einzugehen

Marco: Gemeinsam Lösungen für schwierige Probleme finden.

Hr. Wagner: Ich denke auch, dass ihr viel an Flexibilität dazu gewonnen habt, weil sicherlich nicht immer alles wie geplant gelaufen ist. Da musste man schon mal schnell im Moment des Verkaufs Lösungen finden und beweglich sein, sich auf neue Situationen einstellen. Also so eine Schülerfirma ist ja keine kleine Angelegenheit. Da muss man schon unglaublich viel „Know how“ besitzen und viele verschiedene Fertigkeiten besitzen. Das erwirbt man sich nicht einfach so; man fängt ja nicht einfach an und sagt: ja, jetzt machen wir eine Schülerfirma. Seit ihr irgendwie vorbereitet worden, irgendwie hingeführt worden, trainiert worden?

Marco: Wir wurden darauf vorbereitet von Fr. Pfletschinger und Hr. Eisenreich. Die haben uns alles Nötige erklärt. Das ganze Projekt wird zudem durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt. Dafür möchten wir an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön sagen.

Hr.Wagner: Wie sah denn die Ausbildung von Fr. Pfletschinger und Hr. Eisenreich konkret aus?

Benjamin: Ja am Anfang hatten wir Theorie-Stunden, z. B. wie eine Firma definiert ist, welche grundlegenden Dinge in einer Firma vorhanden sein müssen, damit sie funktioniert.

Hr. Wagner: Und dann seid ihr in die Praxis gegangen?

Rene: In der Praxis war dann am Anfang Fr. Pfletschinger noch dabei und hat uns geholfen, wenn wir z.B. Probleme hatten, aber so nach und nach  mussten wir das dann alleine machen.

Benjamin: Das war ein fließender Prozess mit Hilfe und dann vollkommen selbständig. Wir hatten pro Durchführung immer mehr Selbstverantwortung.

Hr. Wagner: OK, Dann sind wir auch am Ende unseres Interviews vielleicht abschließend ein kurzes Statement zur Schülerfirma – gute Idee?

Benjamin: Ich finde das eine gute Idee, weil man irgendwann nach der Schule in einer Firma arbeitet und man schon mal die grundlegenden Dinge kennt, die in einer Firma ablaufen.

René: Ich fand‘s auch eine gute Idee, weil so wird man z.B. vorbeireitet, wenn man vorhat eine eigene Firma zu gründen. Man erkennt schnell, wie schwer das eigentlich ist und was man alles beachten muss.

Marco: Ich schließe mich Renés Meinung an, da die gewissen „Soft-Skills“ einem bereits hier vermittelt werden.

Hr. Wagner: Benjamin, René, Marco, ich bedanke mich bei euch für dieses interessante Interview.

 

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